Der neue Lübecker Kreuzweg


Station 5: Jerusalemsberg

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Der Künstler und das Kunstwerk
Der Ort
Liturgie

Der Künstler und das Kunstwerk

Ineinander- und miteinander verwoben – wie Menschen das Schicksal anderer Menschen sind, so sind die Quadrate des Künstlers Frede Troelsen in seinen Skulpturen miteinander verbunden. Alles ist mit allem verbunden und beeinflusst sich wechselseitig: Dort, wo der eine Baustein endet, setzt der nächste an, in seiner Form anders als der benachbarte und dennoch verwandt. Die Stele des Dänen am Jerusalemsberg steht nicht, nein sie liegt. Besucher können sie berühren, sich auch auf sie setzen, ganz behutsam, denn das Werk aus Stein strahlt Ehrfurcht aus. Ehrfurcht vor Jesus, vor Gott und der Geschichte des Lübecker Kreuzweges. Troelsen lädt den Betrachter ein, sich zu nähern, die Skulptur zu berühren und sie zu erschließen. Der Betrachter soll den mit Hammer und Pickel bearbeiteten Fuß- und Kopfteil ebenso erfühlen wie das blank polierte,dunklere Mittelteil. Ein deutlicher Kontrast mit einem strengen, dreiteiligem Aufbau. Aber das Werk ist nicht unnahbar, im Gegenteil, es lädt mehr als dazu ein, sich ihm zu nähern.

Der Ort

Der Jerusalemsberg ist die ursprünglich siebte und letzte Station des Kreuzweges. Sie liegt auf einem circa vier Meter hohen, 40 Meter breiten und 60 Meter lagen, rampenförmigen Hügel. Auf dem Berg befindet sich ein gotisches Häuschen. In ihm ist ein grobes Relief aus gotländischem Kalkstein eingelassen. Es zeigt Jesus am Kreuz, mit Maria und Johannes, und ist 3,30 Meter hoch und 1,77 Meter breit. Blut, das aus Christ Wunden fließt, wird von schwebenden Engeln in Kelchen aufgefangen. In Erinnerung an Hinrich Konstin heißt der Weg vom Denkmal zur Trave hinunter „Konstinstraße“. Auch der Konstinkai und der Konstinbahnhof sind nach dem Lübecker Kaufmann und Ratsherren benannt.

Liturgie

Jesus stirbt am Kreuz

Lied: Holz auf Jesu Schulter, Strophe 5

Lesung Mt. 27, 45 – 50; 54: „Von der sechsten bis zur neunten Stunde herrschte Finsternis im ganzen Land. Um die neunte Stunde schrie Jesus laut: Eli, Eli, lema sabachtani? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Einige von denen, die dabei standen und das hörten, sagten: Er ruft nach Elija. Sogleich lief einer von ihnen herbei, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig; er steckte ihn auf einen Stock und gab Jesus zu trinken. Doch die anderen sagten, laß das sein, wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihn rettet. Jesus aber schrie noch einmal laut, gab den Geist auf und starb. Als der Hauptmann und die Männer, die mit ihm zusammen Jesus bewachten, das Erdbeben wahrnahmen und alles, was geschah, da erschraken sie sehr und sagten: Wahrhaftig, er war Gottes Sohn.“

Worte zum Kreuzweg:
Bischof Ralf Meister, Hannover:
Der Lübecker Kreuzweg ist für mich eine besondere ökumenische Initiative, in der die Erinnerung an das Leiden Jesu eine öffentliche Gestalt bekommt. Dieser Kreuzweg befragt jedes Jahr neu die Schuld- und Leidensstationen in der Stadt Lübeck. Die Wortbeiträge an den Stationen sind zeitgemäße Interpretationen und eine Spiegelung des menschlichen Leidens im Leiden Jesu. Es sind keine politischen Akklamationen. Ein Kreuzweg ist nicht Kampf, sondern Kontemplation. Nicht Aktion, sondern Meditation.

Gebet:
Sich ganz und in allem Gott überlassen können ist schwer und zugleich tröstlich. In dir, in deinem Leben und Sterben durften wir erfahren, wie du bist und wer du bist: Ein Gott mit uns, ein Gott zum Greifen nah. Durch dich steht uns der Himmel offen. Dir danken wir.

Lied: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde

Ankündigung der Kollekte

Vaterunser in allen Sprachen

Sendung und Segen