Der neue Lübecker Kreuzweg


Station 1: St. Jakobi

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Der Künstler und das Kunstwerk
Der Ort
Liturgie

Der Künstler und das Kunstwerk

Das Kreuz prägt auch die Stele am Gustav-Radbruch-Platz, die die niederländische Künstlerin Karin van Ommeren entworfen hat. Das zentrale Symbol des Christentums steht für den Leidensweg Christi und seinem irdischen Tod. Das Kreuz verkörpert die Last, die Jesus Christus für die Menschheit auf sich genommen hat. „Jesus bricht unter der Last des Kreuzes zusammen“ – Ommeren stellte dies plastisch an der Stele dar: Die Grenze zwischen Innen und Außen bricht auf. Der Besucher kann die Außenwelt durch den Stein wahrnehmen. Das Innere kehrt sich nach außen, Licht fällt durch den Stein. Durch das Loch im Granit, wo sich im Zentrum einer angedeuteten Kreuzform das Innere nach außen kehrt, sieht man das Licht der Sonne, die äußere Welt des Lübecker Hafens und der Trave.

Der Ort

Gustav-Radbruch-Platz – so ist die offizielle Bezeichnung für das „Burgfeld“ in Lübeck, unweit nördlich des Burgtores und des Burgklosters gelegen. Die Lübecker nennen diesen markanten Teil der großen Verkehrsinsel – typisch lübsch eben – immer noch Burgfeld. Busfahrer steigen hier ein und aus, Auto kreisen im Rondell Richtung Altstadt oder Travemünde. Es ist ein belebter Ort, an dem die Stele von Karin van Ommeren auf dem Rasen ihren zentralen Platz gefunden hat. Früher existierte hier die Lübecker Burg. Über Jahrhunderte blieb der Ort als der Lübecker Stadtbefestigung vorgelagertes Gebiet unbebaut. Der Grund: Das Schussfeld sollte nicht beeinträchtigt werden. Erst mit der Entfestigung Lübecks sowie nach der Franzosenzeit und der Aufhebung der Torsperre 1864 entstanden hier Wohnhäuser und das neue Vorstadtgebiet „St. Gertrud“.

Karfreitagsliturgie

Jesus bricht unter der Last des Kreuzes zusammen

Lied: Holz auf Jesu Schulter, Strophe 3

Lesung Mt 27,32; 16,24: „Auf dem Weg trafen sie einen Mann aus Zyrene namens Simon, den zwangen sie, ihm das Kreuz zu tragen. Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer zu mir gehören will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“

Worte zum Kreuzweg:
Pröpstin Petra Kallies:
Es berührt mich sehr, die biblischen Passionsgeschichten nicht in der Kirche, sondern auf der Straße zu hören. Der Kreuzweg führt mir die immerwährende Aktualität der Leidensgeschichte Jesu vor Augen. Die Schaulustigen am Straßenrand, und die, die weggeschaut haben als er unter der Last des Kreuzes zusammenbrach – Leute wie wir. Wo schaue ich heute weg?

Gebet:
Jesus, du wirst verurteilt, weil du in deiner Zeit anders von Gott redest, als die Frommen deiner Zeit und weil du anders mit den Menschen umgehst, als sie es für richtig halten. Du heilst Kranke, weckst Tote auf, machst Sünder und Zöllner zu deinen Freunden und vergibst ihnen ihre Schuld. Du wirst von denen verurteilt, die meinen, sie wüssten alles besser. Jesus, erbarme dich aller, die Unrecht erleiden, und mache uns mutig, uns für alle Menschen einzusetzen, die ungerecht verurteilt werden.

Stille

Lied: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde

Sammeln um das Kreuz

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